'...Ich habe mich nicht zu fragen, ob das gewöhnlich oder widerwärtig, fein oder bedauerlich ist. Ein für alle Male: die Werturteile sind hier zugunsten der Sachurteile beseitigt. Ich darf nur ausgehend von dem, was ich sehen kann, schließen und nichts riskieren, was eine Hypothese ist. Angenommen, es wäre nicht anständig, so zu leben, dann würde die wahre Anständigkeit mir gebieten, unanständig zu sein...'

Albert Camus, 'Der Mythos des Sysyphos'


 

Der Beginn

Damals, als ich ihre Mail las, war ich gerade vierzig geworden, sie, wie ich wenig später erfahren sollte, dreißig. Höflich fragte sie nach, ob ich ihr bei der Suche nach einem Anbieter für ihre Websites behillflich sein könnte. Bei ihren Recherchen hatte sie erfahren, dass ich mich mit Webdesign beschäftigte, und sie dachte dabei wahrscheinlich: Ach frag mal nach. Etwas überrascht, denn die Mail stammte von ziemlich weit her, dachte ich meinerseits: Na, dann antworte ihr doch. Nach der Zeit entwickelte sich ein über das rein Berufliche hinaus so etwas wie ein privates Gefühl, ein mit Vertrauen und gegenseitiger Schätzung verbundenem Schriftverkehr. Zu jener Zeit ahnte ich noch nicht, dass ich es hier mit einer Arschloch-Frau zu tun hatte, wie sich erst viel später herausstellte, eine vor allem auf ihr eigenes Ich bezogene Frau, der es nichts ausmachte, andere Menschen so schwer zu verletzen, dass die Betroffenen am Ende nur noch als seelisches Wrack übrigblieben, an Suizid dachten ...

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